MR Übersetzungsliteratur
im dt. Frühhumanismus

MRFHMarburger Repertorium zur
Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus

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Christoph Marschalk von Pappenheim

Im Jahr 1524 trug sich Christoph Marschalk von Pappenheim in das heutige Exemplar der Marienbibliothek (Halle) des Nürnberger Erstdrucks der deutschen Übersetzung von Hartmann Schedels 'Weltchronik' ein. Christoph wurde 1492 geboren und entstammte einer heute ausgestorbenen Linie des Adelsgeschlechts derer von Pappenheim. Die Grafen von Pappenheim hatten seit dem 12. Jahrhundert das Amt des Reichserbmarschalls inne, worauf Christophs Namenszusatz Marschalk einen deutlichen Hinweis gibt. 1535 wurde Christoph von Pappenheim zum Bischof von Eichstätt gewählt. Der kaiserlicher Kammerichter Wilhelm Werner Graf von Zimmern, Sohn des bedeutenden Büchersammlers Johannes Werner v. Z., erwähnt ihn in Das leben der bischof von Aystet namentlich als bischof Cristofel. Nach Christophs Tod im Jahr 1539 muss dessen Exemplar der Schedelschen Weltchronik in den Besitz der Felicitas von Selmenitz übergegangen sein, die sich als zweite Besitzerin auf dem vorderen Spiegel der Inkunabel eintrug. Im Eichstätter Diözesenarchiv findet sich heute unter der Signatur Ms. 132 ein weiteres Buch aus dem Besitz Christophs von Pappenheim. Es handelt sich dabei um das Stundenbuch des Bischofs, das von der Künstlerfamilie Glockendon mit Buchmalereien versehen wurde.

Verf.: bjk.

Besitzer von Drucken:

Literatur:

Christoph Marschalk von Pappenheim. In: Germania Sacra 059-00282-001 (online).
Das Bistum Eichstätt. Band 1: Die Bischofsreihe bis 1535 (Germania sacra, N.F. 45). Bearb. von A. Wendehorst. Berlin 2006, S. 2 u. 263.
Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448 bis 1648. Ein biographisches Lexikon. Hg. von E. Gatz. Berlin 1996, S. 514f.
Die Eichstätter Bischofschronik des Grafen Wilhelm Werner von Zimmern (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte 1,3). Hg. von W. Kraft. Würzberg 1956, S. 80.
Juntke, F.: Die Inkunabeln der Marienbibliothek zu Halle an der Saale. Geschichte und Katalog (Beiträge zur Inkunabelkunde Dritte Folge 5). Berlin 1974, S. 100.
Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 56: Glandorf — Goepfart. Hg. von G. Meißner. München 2007, S. 189.
Schwackenhofer, H.: Die Reichserbmarschälle, Grafen und Herren von und zu Pappenheim (Beiträge zu Kultur und Geschichte von Stadt, Haus und ehemaliger Herrschaft Pappenheim 2). Treuchtlingen 2002.
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