MR Übersetzungsliteratur
im dt. Frühhumanismus

MRFHMarburger Repertorium zur
Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus

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Bernhard von Edelstetten

Die Herren von Edelstetten (Ettlinstett, Öttlinstett) sind urkundlich seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. 1386 kauft Heinrich Edelstetten aus Memmingen für 3000 Pf. Heller Schloß Heimertingen (haimertingen) (Zedler, S. 611). Das Geschlecht, das über reichen Grundbesitz um Memmingen in Oberschwaben verfügte, erscheint mehrfach in Urkunden des 15. u. 16. Jahrhunderts (HStA Stuttgart Bestand B 486: Bü 140, Bü 141, U 385, U 390, U 446).

Im Stammbuch des Johann Burkhard von Anweil (Stuttgart, LB, Cod. hist. 8° 256) wurde unter den 100 Wappen-Einträgen, die von 1539 bis 1593 vorgenommen wurden, auch 1561 Bernhard von Edelstetten berücksichtigt (I, 91r), der im Lindauer Exemplar der deutschen Übersetzung von Schedels 'Weltchronik' genannt wird. Hier findet sich der Schenkungsvermerk: ex dono Nobilis viri Berhardi Aedlinstett zů Haimertingen Anno 1565 .

Der Band stammt demnach aus dem älteren Besitz Bernhards von Edelstetten, der die wertvolle Inkunabel im Jahre 1565 stiftete. Möglicherweise überließ er das Buch der 1538 im Zuge der Reformation gegründeten reichstädtischen Bibliothek in Lindau, der bedeutendsten Bürgerbibliothek im nördlichen Bodenseeraum, die ihren Grundstock — neben den Beständen des aufgelösten Franziskanerkloster in Lindau — zahlreichen Schenkungen im 16. Jahrhundert verdankt.

Verf.: cbk.

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Literatur:

KNESCHKE, E. H. (Hg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. 9 Bde. Leipzig 1858-1870, Bd. 3, S. 30f.
Krekler, I.: Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Sonderreihe. Bd. 3. Stammbücher bis 1625, Wiesbaden 1999 S. 3f.
LA Baden-Württemberg, HStA Stuttgart (online).
Zedler, J. H.: Großes vollständiges Universallexikon aller Wissenschaften und Künste, 64 Bde. u. 4 Suppl.-Bde. Graz 21964 (Erstdruck Graz 1731-1754), Bd. 8, Sp. 213 (online Bd. 8, S. 122) u. Bd. 12, Sp. 1183f. (online Bd. 12, S. 611).

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Wappen derer von Edelstetten. Quelle: Appuhn, H. (Hg.): Johann Siebmachers Wappenbuch. 2. verb. Aufl. (Die bibliophilen Taschenb├╝cher 538). Dortmund 1989, Bl. 117.

Version vom 16. 08. 2012 (MRFH). Permanent Link: mrfh.de/2921.