
MR Übersetzungsliteratur
im dt. Frühhumanismus
| MRFH | Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus |

Das von der DFG von 2007 — 2012 geförderte Projekt dokumentiert in digitaler Form deutschsprachige Texte in der Epoche des deutschen Frühhumanismus. Im Zentrum stehen die Übersetzungen von Werken italienischer Humanisten und antiker Autoren, aber auch freiere deutsche Bearbeitungen, wie z. B. Steinhöwels 'Aesop', werden berücksichtigt. Neben den Übersetzern der ersten Generation und dem gesellschaftlichen Umfeld, in dem die humanistisch inspirierte Literatur um die Mitte des 15. Jahrhunderts entsteht, werden darüber hinaus auch Autoren der 80er und 90er Jahre bearbeitet, deren Wirkungsspektrum vor allem an der Universität, dem Heidelberger Hof sowie den Metropolen Straßburg, Basel, Augsburg und Nürnberg liegt. (Vgl. hierzu: Christa Bertelsmeier-Kierst: Mittelalter-Philologie im Internet. 33. Beitrag: Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus. In: ZfdA 138, 2009, 420-422). Ausgespart bleiben im MRFH stadtchronische Aufzeichnungen (z.B. Conrad Celtis 'Norimberga', Sigmund Meisterlins Chroniken oder Peter Eschenlohers 'Geschichte der Stadt Breslau'). Sie sollen in einem Folgeprojekt näher analysiert werden. Auch Flugschriften und religiöse Kleintexte, wie sie z.B. im Oeuvre Sebastian Brants vorkommen, wurden nicht berücksichtigt.Breiten Raum nimmt im MRFH die Überlieferungsgeschichte der Übersetzungen ein, in der sich zugleich der Umbruch vom handschriftlichen zum gedruckten Buch widerspiegelt. Gerade frühhumanistische Autoren haben dem neuen Medium ‚Druck’ besondere Aufmerksamkeit geschenkt, z.T. waren sie selbst als Drucker oder Verleger tätig, um humanistische Schriften einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sowohl die handschriftliche wie die gedruckte Überlieferung des 15. und 16. Jahrhunderts erfährt eine umfassende Bestandsaufnahme, wobei Handschriften (sofern keine neuere detaillierte Beschreibung vorlag) und Inkunabeln mit ihren heute noch existierenden Exemplaren neu untersucht und beschrieben wurden. Für die Drucke des 16. Jahrhunderts wird der bisherige Forschungsstand, vornehmlich auf der Basis von VD 16, Index Aureliensis und neueren Dissertationen mitgeteilt. Digitalisate zu Handschriften und Drucken des 15. und 16. Jahrhunderts sind eingearbeitet und werden kontinuierlich aktualisiert. Detailliert erfasst werden zugleich die zeitgenössischen Handschriften- u. Inkunabelbesitzer, die — soweit sie näher identifiziert werden konnten — mit ihren Biographien in einem eigenen Verzeichnis dokumentiert sind. Ebenso werden die in den Widmungsbriefen der frühhumanistischen Übersetzungen genannten Adressaten in Kurz-Biographien vorgestellt und ihre Dedikationen im Wortlaut der Handschriften und Drucke wiedergegeben. Das Projekt ist Teil der Marburger Repertorien, in denen bislang sukzessive die deutschsprachige handschriftliche Überlieferung des 13. und 14. Jahrhunderts sowie als repräsentatives Teilkorpus Handschriften und Drucke Freidanks bereitgestellt werden. Es steht unter der Leitung von Prof. Dr. Christa Bertelsmeier-Kierst am Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters der Philipps-Universität Marburg An der Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung haben mitgewirkt: Franziska Bock, Stefanie Henkel, Daniel Könitz, Stefan Lawatsch, Barbara Leupold, Annegret Pfalzgraf, Meike Pfefferkorn, Jessica Schäfer, Jochen Schäfer, Peter Somogyi, Tina Terrahe, Regina Töpfer, Rebecca Weisbach und Michael Wieber.
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